Als YouTube vor einigen Monaten an Google verkauft wurde, war das für Optimisten der Anfang vom Ende des klassischen Fernsehens und für Skeptiker der endgültige Beweis für die angebliche Blase namens Web 2.0. Die jüngste Ankündigung von Sony, mit den zukünftigen TV-Geräten der Bravia Serie auch RSS-Feeds zu unterstützen (mitwelchen man Video-Inhalte von Portalen wie Sevenload, Zeec, YouTube und Co. abonnieren kann) dürfte zeigen, daß die Kritik am Kaufpreis augenscheinlich etwas kurzsichtig war:
“Sony’s new Internet video-ready televisions will feature the ability to receive streaming broadband video, including high-definition content, via a small optional module that is easily attached and concealed behind the TV for a clean, integrated appearance – even when hung on the wall. (…) The module links the television set directly to a user’s broadband Internet service provider via an Ethernet connection. The content can then be accessed directly on the TV without use of a personal computer (…) Content, which includes Internet video, music videos, movie trailers, user generated videos and RSS feeds without any additional charges.”
Im Grunde ist mit der Verbindung von TV & Schnittstelle zu Videohostern die letzte Barriere gefallen. Zwischen Sevenload, Zeec & Co., sowie den klassischen TV-Sendern bestünden dann nahezu identische Ausgangspositionen mit entscheidendem Vorteil für die Hoster: Sie können den Nutzern Programm & Werbung gemäß deren Interessenprofil maßschneidern (“Andere Nutzer die dieses Video gesehen haben, haben auch den VideocastXY heruntergeladen”). Wenn Sony (für die unsere Agentur Ende des vergangenen Jahres übrigens an der “Release Your Music”-Kampagne mitgewirkt hat) derartige Lösungen anbietet, dürften demnächst auch die letzten Hersteller nachziehen, sofern sie es noch nicht haben. Für Konsumenten bedeutet dies in erster Linie das endgültige Ende der homogenen TV-Landschaft, für die Agenturen eine weitere Schwerpunktverlagerung in Richtung “Bewegtes Bild” und für deren Kunden zusätzliche Formen der Unternehmenskommunikation, um es vage zu formulieren.
Mit Dank an Mario Sixtus.



