Geht schon seit einigen Tagen durch die Blogs der Republik: Joachim Nikolaus Steinhöfel, Testimonial und Rechtsbeistand einer Elektronikkette mit dem Slogan “Ich bin doch nicht blöd”, schiesst Breitseiten gegen einen zugegebenermaßen ziemlich unklug agierenden Blogger, weil der im Januar unflätige Zeilen über die “Wir holen den Titel”-Kampagne besagter Kette und die Rolle Steinhoefels in selbiger veröffentlichte.
Natürlich ziemlich polemisch, andererseits sollte man als Person des öffentlichen Lebens mit derartigen Äußerungen umgehen können. Wäre die große Web-Invasion schon Anfang der Neunziger eingesetzt, hätte Steinhöfel als ehemaliger Moderator von weichen RTL-Formaten wie “18:30″, “Kreuzfeuer” oder “Die Redaktion” vermutlich noch deftigere Feedbacks lesen dürfen. Wenn ein Dieter Bohlen sämtliche öffentlichen Äußerungen dieser Art zu seiner Person abmahnen lassen würde, könnte man gleich eine neue Kanzlei dafür gründen.
Steinhöfel lässt sich nun von seiner eigenen Kanzlei vertreten und liess rainersacht.de im Verlauf des Streits mehrfach abmahnen. Das wirkt in der Wahrnehmung der meisten Beobachter zwangsläufig wie der Fight David vs. Goliath und kann weder für die öffentliche Wahrnehmung Steinhöfels noch für seines Auftraggebers Media Saturn von Interesse sein.
Natürlich kann man darüber streiten, ob Polemik deftigerer Art unter Redefreiheit fällt, aber alleine aus Image-Gründen sollte man die Sache auf sich beruhen lassen. Denn schwappt diese Story erstmal aus der Blogosphäre in die Medienseiten von FAZ & Co besteht die Gefahr, daß sich Media Saturn einen neuen “Ich bin doch nicht blöd”-Shouter neben Olli Pocher suchen muss, weil JNS ein neues Image als blogkillende Werbefigur anstrebt. Wobei die üblichen Verdächtigen bereits damit begonnen haben, Alternativen aufzuzeigen ;)
Update: Laut einem interessantem Beitrag auf Tom´s Diner war Steinhoefel übrigens schon einmal im Auftrag des Herrn in einer vergleichbaren Situation welche dazu führte, daß Massen von Domainbetreibern den beliebten “Hiermit distanziere ich von den Inhalten aller verlinkten Websites”-Disclaimer in ihre Projekte einpflegten. Man sollte mal hochrechnen, was das deutschlandweit bis heute an unnötigem Arbeitsaufwand bedeutet.
Via Wirres.net, Werbeblogger,




Dazu passt der Artikel von Kamelopedia
Kommentar by Thomas Hölzl — 21. September 2006 @ 21:13
[...] 51 Blackbox WWW 01:32 | Dez 21’06 Gegen Windmühlen Weblogs gegen Windmühlen? Von zunehmenden Abmahnungen in der Blogwelt, juristischen Stolperfallen und Risiken des Bloggens. Was Sie wissen sollten, wenn es um fremde Bilder, Texte und die eigene Meinung geht. Wie Don Quijote im ausweglosen Kampf gegen die Windmühlen kommen sich einige Blogger derzeit vor. Grund hierfür ist die zunehmende Anzahl von Abmahnungen, die Blogautoren in diesem Jahr im Briefkasten vorfinden. So häufen sich darunter neben durchaus berechtigten Abmahnungen, auch die, in denen das Instrument Abmahnung in einer nach außen hin zumeist überreagierenden Art und Weise in die Hand genommen wird. [...]
Pingback by » Gegen Windmühlen, Blogpiloten.de - Weblog Update Weekly — 21. Dezember 2006 @ 11:57