Nicht-Eingeweihte mögen beim Lesen der Überschrift irritiert den Bildschirm betrachten, doch nachdem schon der US-Kongress eine Umsetzung des Capitols in Second Life vollzogen hat, war es wohl nur eine Frage der Zeit bis die erste Landesvertretung dort ihr virtuelles Domizil findet. Laut Olle Wästberg, Direktor des Schwedischen Instituts, ist die Einrichtung einer Schwedischen Botschaft in der virtuellen Welt geplant. Zwar wird es dort keine Möglichkeit geben, Pässe oder gar Visa zu beantragen, vielmehr sollen sich die Nutzer einfach und schnell über Schweden informieren können. Mancher Bedenkenträger schreit auf, ich würde das eher unter innovativer PR einordnen. Via De-Bug.
Update 31.01.: Die Jungs vom Fischmarkt haben entdeckt, daß sogar die FTD dies zum Thema macht.
26. Januar 2007 | 8:44 Von: Christian Clawien | | Kommentare (2)
Am 1.3.2007 findet erstmals ein Web2.0-Kongress in der Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten statt. In dem Veranstaltungszentrum „Energieleitzentrale“ in der Überseestadt, einen revitalisierten Hafengebiet nahe der Bremer Innenstadt, beantworten hochkarätige Referenten aus ganz Deutschland folgende Fragen: Was bedeutet Web2.0 für mein Unternehmen? Welche Trends gibt es? Welche Services werden genutzt? Workshops mit Agenturen aus der Region geben Einblicke in die Praxis.
Der Bremer Webmontag ist hinsichtlich der Besucherzahl eine echte Erfolgsstory. Zuletzt stiess das Design Zentrum an seine Kapazitätsgrenzen und wenn ich mir die Teilnehmerliste anschaue, dürfte es auch dieses mal wieder eng werden. Am kommenden Montag werden wieder verschiedene Referenten aus dem Themenkomplex Web 2.0 berichten. Folgende Stand-ups sind vorgesehen:
Christoph Lange – “Wikis und Blogs – Planen, Einrichten, Verwalten“
Robert M. Albrecht: User generated Content: Wem gehört der Content eigentlich ? Was sagt das Urheberrecht und das Persönlichkeitsrecht dazu ? Eine mögliche Lösung sind die Creative Commons, aber was beinhalten die?
Arne Kriedemann: “Vorstellung der Webkrauts: Webstandards für ein besseres Web”
Loretta Findeisen / Michael Reimann: “Möglichkeiten eines öffentlich-rechtlichen Rundfunksenders” / “Was bedeutet Web 2.0 für Bremen Vier”
Das Branchengetrommel um das IPTV-Projekt “the Venice Project der Skype-Gründer Zennstrom und Janus Friis hat seit gestern ein Ende. Das Programm, welches TV- und Onlineangebote gleichermaßen verfügbar machen soll, ist von der “Private” in die reguläre Betaphase gegangen und soll unter dem Titel “Joost” den Markt erobern. Vorab-Screenshots gab es trotz eines nondisclosure agreements schon im Dezember im US-Blog GigaOM. Joost hat angeblich schon Vereinbarungen mit Warner und Endemol über die Bereitstellung von Inhalten getroffen. Nachteil des Projektes ist allerdings, daß Joost vorerst nur auf Windows-Rechnern laufen wird und keine browserbasierte Lösung ist. Nutzer müssen Joost als standalone-Programm installieren und starten. Da sehe ich die erste Hürde für eine erfolgreiche Etablierung. Techcrunch konstatiert, das Projekt wäre wohl in der Masse der IPTV-Startups untergegangen würden nicht die Skype-Gründer dahinter stecken. Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht.
Michael Arrington prophezeit auf Techcrunch den Niedergang DRM-geschützter Inhalte an. Für die Liebhaber von Musik wäre das eine Wohltat. Nichts ist nerviger, als den Ipod einer Bekannten anlässlich einer Party an das eigene Notebook zu klinken, um dann festzustellen, daß die Tracks nicht lauffähig sind, weil sie auf mehr als fünf Endgeräten angemeldet wurden. Zwar hat Apple jüngst die 2-Milliarden-Grenze bei den verkauften Titeln übersprungen, daß sich anbahnende Monopol der Major-Plattenfirmen dürfte sich indes so auswirken, daß gerade kleinere Labels vermehrt auf DRM-freie Musik setzen. Kommt da ein Stein ins Rollen? Zu hoffen wäre das in der Tat ;)
Als YouTube vor einigen Monaten an Google verkauft wurde, war das für Optimisten der Anfang vom Ende des klassischen Fernsehens und für Skeptiker der endgültige Beweis für die angebliche Blase namens Web 2.0. Die jüngste Ankündigung von Sony, mit den zukünftigen TV-Geräten der Bravia Serie auch RSS-Feeds zu unterstützen (mitwelchen man Video-Inhalte von Portalen wie Sevenload, Zeec, YouTube und Co. abonnieren kann) dürfte zeigen, daß die Kritik am Kaufpreis augenscheinlich etwas kurzsichtig war:
“Sony’s new Internet video-ready televisions will feature the ability to receive streaming broadband video, including high-definition content, via a small optional module that is easily attached and concealed behind the TV for a clean, integrated appearance – even when hung on the wall. (…) The module links the television set directly to a user’s broadband Internet service provider via an Ethernet connection. The content can then be accessed directly on the TV without use of a personal computer (…) Content, which includes Internet video, music videos, movie trailers, user generated videos and RSS feeds without any additional charges.”
Im Grunde ist mit der Verbindung von TV & Schnittstelle zu Videohostern die letzte Barriere gefallen. Zwischen Sevenload, Zeec & Co., sowie den klassischen TV-Sendern bestünden dann nahezu identische Ausgangspositionen mit entscheidendem Vorteil für die Hoster: Sie können den Nutzern Programm & Werbung gemäß deren Interessenprofil maßschneidern (“Andere Nutzer die dieses Video gesehen haben, haben auch den VideocastXY heruntergeladen”). Wenn Sony (für die unsere Agentur Ende des vergangenen Jahres übrigens an der “Release Your Music”-Kampagne mitgewirkt hat) derartige Lösungen anbietet, dürften demnächst auch die letzten Hersteller nachziehen, sofern sie es noch nicht haben. Für Konsumenten bedeutet dies in erster Linie das endgültige Ende der homogenen TV-Landschaft, für die Agenturen eine weitere Schwerpunktverlagerung in Richtung “Bewegtes Bild” und für deren Kunden zusätzliche Formen der Unternehmenskommunikation, um es vage zu formulieren.
Nachdem der anhaltende Erfolg von Youtube zu einer ganzen Reihe vergleichbarer Lösungen geführt hat, wie beispielsweise die m.E. hervorragend umgesetzten deutschsprachigen Portale sevenload und zeec, gibt es mit Viddler einen Videohoster der eine neue Funktion anbietet: Das Tagging der Timeline. Gerade längere Videos lassen sich so in eine sinnvolle Inhaltsstruktur bringen und beim externen Einbetten kann das Video ab einem bestimmten Zeitpunkt auf der Zeitleiste gestartet werden. Großartige Lösung.
Die erste wirkliche Überraschung des Jahres kommt aus dem Hause StudiVZ. Die Studentencommunity ist laut SpOn für angeblich mehr als 100 Millionen EUR an die Holtzbrinck-Gruppe verkauft worden. Überraschend ist vor allem der hohe Preis, nachdem am Management von StudiVZ massive Kritik geübt wurde, u.A. wegen Performance-Problemen und Datenschutzrechtlichen Fauxpas´. Das bisherige Management soll weiterhin im Team wirken. Via Basicthinking, Kolja Hebenstreit
Großartiger Werbesport für den Mobilfunkanbieter orange. Das im Besitz von France Télécom befindliche Unternehmen plant nebenbei bemerkt eine Kooperation mit Google und soll in Zukunft auch Internetdienstleistungen ins Portfolio aufnehmen. Dank an den Werbeblogger.