ChanceWeb2.0 – Der Kongress

28. September 2006 | 15:02 Von: Christian Clawien | | Comments (0)

ChanceWeb2.0 Mister Wong

Die Szene ist im Kongressfieber. Und nicht nur die klassischen Veranstalter wie Penton, FAZ-Institut oder IIR, welcher demnächst in Offenbach das Feld 2.0 besetzen wird, mischen dabei mit. Ein nettes Team vom PR-Dienstleister directnews rief zur ChanceWeb2.0 am Montag nach Köln und ca. 100 interessierte Teilnehmer aus Unternehmen, Verbänden und NGOs kamen. Unter diesen Teilenehmern waren auch 20 Live-Blogger, die sich die Finger heiß tippten. Organisiert wurden Inhalte und Referenten von der langjährigen Leiterin des ZEIT-Online-Auftritts Melanie Ruprecht.

In der Keynote von Prof. Ansgar Zerfaß, der grad von der MFG zur Uni Leipzig gewechselt ist, ging es um die Einordnung der verschiedenen Web 2.0-Phänomene und deren Nutzbarkeit für Unternehmen. Die Kampagne “Snakes on a plane“, die BILD-Reporter und OpenInnovation sind einige Stichworte seines Vortrags. Neu war für mich hier eine interessante These aus dem Jahr 1913: das Rieplsche Gesetz. Ein Mutmacher für alle Zeitungsverlage, Radiostationen und TV-Sender, die sich durch das Web bedroht fühlen ;-)

Spannend wurde es als Sarik Weber aus der Geschäftsleitung von OpenBC seinen Vortrag begann und sagte, er spreche hier nur als Privatperson. Nach dem Rummel um den Namenswechsel deutete Weber ein neues Unternehmen an, welches er zusammen mit Lars Hinrichs als Spin-Off gründen wird. Es geht um eine “mobile Applikation”. Die Sunblogger sind gespannt ;-)

Highlight des Kongresses war allerdings der Vortrag von Martin Oetting, der über die 10 Irrtümer des Viralen Marketings referierte, oder besser: erzählte. Fazit für mich: Guerilla Marketing ist Angriff und wird irgendwann nur noch zu Real-Life-Spam werden, Virales Marketing stiftet hingegen Freundschaften mit dem Konsumenten ;-)

Weitere Vorträge gab es von Klaus Eck, dem PR Blogger, Alexander Hopstein von Adobe, Marco Ripanti, der ikarma vorstellte und vielen, vielen mehr.

Insgesamt ein spannender Kongress, viele neue Leute kennengelernt, mit einigen Bloggern und Unternehmen gesprochen und einige Teilnehmer von den Vorzügen unseres asiatischen Bookmarkverwalters überzeugt. ;-)

Übersicht über die Berichte aller Live-Blogger: hier!
Fotos bei flickr: hier!

OMD 2006 – Kleiner Rückblick

28. September 2006 | 13:33 Von: Christian Clawien | | Comments (0)

OMD trafficmaxx

OMD trafficmaxx

OMD trafficmaxx

Mit unserem Online Marketing-Bereich trafficmaxx waren wir in diesem Jahr zum ersten Mal auf der OMD, dem Gipfelreffen der Branche in Düsseldorf. Vom ersten Tag an bis eine Stunde nach Messeschluss, war der Stand fast durchgehend bevölkert. Und die Qualität der Kontakte im Vergleich zu anderen Veranstaltungen sehr, sehr gut.

Neben dem Dauerbrenner-Thema Web 2.0, welches mal wieder von Andreas Weigend, Ex-Chief Scientist von Amazon mit einer Keynote belegt wurde, war unter den Ausstellern – mal wieder – die Verteilung der Partykarten für die offizielle OMD/OVK-Partky im 3001 das meistdiskutierte Topic.

Wozu die ganze Aufregung, bei simyo am Tag vorher war es eh viel schöner: leuchtende Getränke, ein Versuchslabor und allerlei weiterer Event-Luxus boten den Rahmen für interessante Unterhaltungen. Im 3001 war es dagegen einfach nur viel zu voll, stickig und -mein Gott, dass ich sowas nochmal sage – zu laut. Vielleicht sollte man sich einfach mal eine Location suchen, in die mehr als 1000 Leute passen oder OpenAir, in Zelten feiern. Der Rhein ist ja in der Nähe.

Weitere Fotos bei flickr gibt es hier!
(u.a. vom Standnachbarn spreadshirt & der Taschenaktion von hitflip)

Auf dem DMMK (2)

28. September 2006 | 12:54 Von: jschweder | | Comments (0)

» Workshop Usability für Web 2.0

Ein sonniger Mittag in Stuttgart, im Literaturhaus gibt es heute im Anschluss an die gestrige Veranstaltung zwei Workshops: “Produktpräsentationen im Netz” und “Usability für Web 2.0″. Habe mich für letzeren entschieden, ist (zumindest für mich) bisher eher eine Auffrischung bereits bekannter Fakten gewesen aber die Jungs von Syzygy machen ihren Job bisher ganz gut, bis auf die Tatsache, daß Mash-ups im wesentlichen über Portalseiten erläutert wurden, hier hätte man ein paar interessantere Funktionen wie die Video bzw. Feed-Einbindung auf Blog-Systemen vorstellen können (vielleicht kommts ja noch). Interessant: Die meisten User erwarten die Navigation nach einer Studie der University of Wichita immer noch auf der linken Seite des Screens, was sich allerdings langsam verlagert – der vielbeschworene Paradigmenwechsel ist eben im Gang ;)

Mehr zum zweiten Tag auf dem DMMK gibts in Kürze ;)

DMMK Interaktives Design – Review vom ersten Tag

28. September 2006 | 0:41 Von: jschweder | | Comments (3)

DMMK, Haus der Architekten, Stuttgart

Deutscher Multimedia Kongress – Tag 1. Location war das Haus der Architekten in Stuttgart, in Hanglage mit Blick auf die City. Für norddeutsche Werber wie mich ein wahres landschaftliches Highlight ;)

» “Monetizing the Crowd in a Web 2.0 World”

Die Eröffnungsrede lieferter der Kanadier Bruce Livingstone, CEO von istockphoto.com. Ein sympathischer Auftritt, mit kurzer Vita (inklusive Kinderphotos mit X-Wing Fighter und einem Hinweis auf seine DJ-Tätigkeit in einem Strip-Club zum Beginn ;)). Am 18. September wurde übrigens die deutsche Version von istockphoto gestartet, bisher machen deutsche Nutzer ca. 4% des Umsatzes aus, für das kommende Jahr werden 8-10% angestrebt. Seiner Definition von Crowdsourcing (“Lagere Entwicklungen an eine Gruppe externer Personen/User mit gemeinsamen Interesse aus.”) folgte eine Abhandlung seiner Erfolgsfaktoren für 2.0-Projekte.

  • Entwickle eine Idee, die eine “soziale Epidemie” verursacht (hübsche Definition für das Wort Hype ;))
  • Höre auf deine Community
  • Balanciere die kommerziellen Bedürfnisse und die der Community aus
  • Richte “humane Filter” ein
  • Du hast keine Kontrolle
  • Verwerte deinen Hype
  • Beständige Weiterentwicklung
  • operational excellence – konzentriere Dich auf die Verbesserung von Details

“Community” gehört übrigens nicht zu seinen bevorzugten Begriffen, da diesem das Stigma eines Jobkillers anzuhaften scheint. Livingstone selbst bevorzugt “Super Public”, was indes auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Neben den finanziellen Aspekten waren auch die weiterhin autarke Organisation, wie auch die Möglichkeit der gemeinsamen technischen Weiterentwicklung Motivationsgrüne des Verkaufs von istockphotos an Getty Images . Schöner Einstieg, da schmerzte lediglich die schlechte Tonabmischung von Redner und Musik.

» Cue-Management

Es folgte eine Reihe von Standups zu Cue-Management. Für mich ein bis dahin unbekannter neudeutscher Begriff, wie ich gestehen muss. Im Grunde ist die Ansprache des Kunden mit möglichst viel Sinnen/Reizen gemeint (auch im Web). Alles aufzugreifen wäre zuviel des Guten, besonders stach hier Fabian Sax mit einer rethorisch winhaltlich glänzenden Vorstellung hervor. Zynismen à la Harald Schmidt, hochinteressante Inhalte zum Einsatz von Emotion in der Werbung – großartig. Auf die Risiken zum Einsatz viraler Mittel (Reaktanzrisiko, Verwässerung des Markenbildes) wies er ebenso hin wie auf deren Vorzüge (Besserer Recall, aktiver Beitrag zum Markenaufbau, Chance langfristiger Kundenbindung).

Renata Slisuric von Coca-Cola und Sven Küster von den Argonauten bezogen für ihre Vorstellung der “Coke Side of Life”-Kampagne ein wenig verbale Prügel von Jung von Matt-CEO Peter Kabel, der sich schon einmal für das folgende Streitgespräch warm redete.

» Streitgespräch: Web 2.0 = Design 0.5?

Irgendwie habe ich das Streitthema nicht so wirklich als Aufhänger für eine gute Diskussion empfunden. Reduziertes Design muss nicht unbedingt schlecht sein, zumal es ja nun nicht nur um optische Elemente, sondern auch um Usability und Funktionalität geht. Peter Kabel und Alex Wunschel spielten allerdings schöne verbale Doppelpässe was unterhaltsam genug war. Unterschiede in den Kommunikationskulturen der Vereinigten Staaten, Frankreich und Deutschland – okay, wussten wir auch vorher. Balsam auf meine Seele bot die Äußerung, daß nicht jede Website barrierefrei sein muss. Wozu auch, schließlich richten sich viele Projekte nur an spezielle Zielgruppen. Nett: Barrierefreiheit als Buzzword aus der Zeit vor dem 2.0-Hype einzuordnen ist zwar politisch nicht korrekt, aber völlig richtig ;)

» Simplicty – die neue Einfachheit

Nichts revolutionäres zum Thema. Michael Volkmer zeigte anhand von Beispielen, wie man komplizierte Dateninhalte in informativen und dennoch sehr ansprechenden Animationen darstellen kann. In Erinnerung blieb die Europakarte, die sich aus der Zahl der Zugriffe registrierter User einer Website entwickelte. Großartige Form der Statistikdarstellung.

Konrad Marx von Spreadshirt sprang anschließend für den just mit Nachwuchs beglückten Andreas Milles ein. Diverse Punkte waren bereits in den vorangegangenen Vorträgen angesprochen worden, interessant war vor allem die Schilderung des Openlogo-Contests aus Sicht von Spreadshirt. Über die Richtigkeit der 1%-Regel, wonach jedes Produkt mindest ein Prozent begeisterter Nutzer und Sympathisanten hat (egal wie schlecht es ist) muss ich allerdings noch einmal in mich gehen. Für Heiterkeit sorgte jedenfalls die Äußerung, man habe Venture Capital nur “zum Rumspielen” aquiriert.

» Die dritte Dimension – innovative Designwelten

Ich erinnere mich daran, daß man 3D vor ein paar Jahren als absolutes Topthema in der Branche behandelte. Ob das so wirklich in die Themenmischung des Kongresses passte, darüber kann man streiten. Ich selbst hab mich an der SAE mit Bryce (3D für Anfänger) und Cinema 4D beschäftigen müssen. Meine Welt ist das nicht wirklich, aber bei einigen Produkten ist 3D sicherlich eine unumgängliche Form der Darstellung. Schade: Durch die ein wenig dröge Präsentation von Dr René de la Barré vom Fraunhofer Institut verlor man doch die Motivation dem Thema zu folgen. Er stellte ein paar 3D-Displays vor – nur wie will man 3D Displays auf einem 2D-Beamer darstellen? Hier hätte man vielleicht das Produkt selbst live vorführen können, da entwickelte sich kein wirklicher Groove. Die Powerpoint-Präse in grün-grauer Optik erinnerte mich ebenso wie das Tempo des Redners an gruselige Uni-Zeiten und war (bei unumstrittener sachlicher Kompetenz) auf einem Kongress für interaktives Design ein live vorgeführter Anachronismus.

Wesentlich spannender (und rhetorisch hundertmal ansprechender) waren da die Vorstellungen von Thomas Rühlemann und Armin Pohl. Beide stellten Konfiguratoren für Mercedes-Busse bzw. die CL-Klasse vor, was wesentlich mehr praxisbezug hatte und optisch wirklich großartig ausschaut. Was für Arbeitsprozesse und Manpower hinter solchen Projekten steckt, mag man sich nicht vor Augen führen, aber das die Mercedes-Berater mit derart mächtigen Konfigurationstools die Kaufentscheidungen ihrer Kunden positiv beeinflussen, ist unschwer nachzuvollziehen.

» Fazit

Schöner Kongressbeginn in schöner Location. Viel Input, ein paar thematische Schwächen bei der Planung. Wirklich genervt hat eigentlich nur die schlechte Abmischung, wenn die Redner in ihren Präsentationen musikalische Untermalung einsetzen. Nennt mich pingelig, aber warum wird immer am Ton gespart? 3D hätte einen eigenen Kongress mit entsprechendem Publikum verdient, in der Realität der meisten Agenturen spielt diese Darstellungsform meiner Ansicht nach eher eine Nebenrolle und so fiel die Rezeption im Vergleich zu den vorangegangenen Stand-ups etwas schwächer aus. Insgesamt ist der Kongress indes gelungen, bin gespannt was beim morgigen Usability-Workshop passiert.

Auf dem DMMK

27. September 2006 | 13:35 Von: jschweder | | Comments (1)

“Ich kann an einer MySpace-Seite für Coca-Cola nichts revolutionäres entdecken.”

Peter Kabel auf dem DMMK über die neue Coke-Kampagne.
Mehr vom DMMK folgt asap ;)

Preview xing.com

26. September 2006 | 14:47 Von: jschweder | | Comments (0)

Xing Screendesign

Rundmail aus der OpenBC-Gruppe “A passion for football” in der Inbox: Man bereitet die Nutzerschaft mit einer Preview auf den Wechsel zu neuem Markennamen und Screendesign vor. Fazit: OpenBC im optischen 2.0-Remix. Die verwendeten Schriftarten listet übrigens das empfehlenswerte Fontblog auf. Aber bildet Euch Euer eigenes Urteil.

» Xing Sneak Preview

Namenswechsel: Aus OpenBC wird Xing

25. September 2006 | 11:26 Von: jschweder | | Comments (3)

Aus OpenBC wird Xing

OpenBC hält den eigenen Namen nicht mehr für wirklich passend und tauft in Kürze eine der erfolgreichsten deutschen Online-Marken in den Begriff Xing um. Die Gründe für das Vorgehen sind nachvollziehbar: BC gilt im englischen Sprachraum eben eher als Abkürzung für “before Christ”. “Xing” soll zudem im Chinesischen in etwa “Ich kann es tun” bedeuten. Das OpenBC mit dem im letzten Jahr aquirierten Wagniskapital und Erlösen aus einem eventuellen Börsengang expandieren will erscheint logisch, der Schritt in die Staaten und nach Asien ist ebenfalls sinnvoll. Schönheitsfehler hat die neue Marke dann aber doch: Der Begriff ist bereits durch ein Kulturmagazin sowie eine Münchner Photographenagentur besetzt (letztere hat die .de-domain anscheinend schon an den Technik-Dienstleister epublica übertragen) und ist für den durchschnittlich sprachbegabten Teutonen nicht wirklich angenehm im Klang.

Eine interessante Frage wirft in diesem Kontext der geschätzte PR-Blogger Klaus Eck auf, welcher in seinem Beitrag zum selben Thema fragt wie lange es wohl dauert, bis sich der neue Markenname im Sprachgebrauch etabliert ist.

Angeblich sollte der neue Name erst am Donnerstag veröffentlicht werden, indes ist der Schweizer Blogger Remo Uherek am Freitag in einem Markenregister auf den neuen Namen aufmerksam geworden. Zwischenzeitlich war schon eine Pressemitteilung zur neuen Marke auf der Website der Open Business Club GmbH einsehbar, die dann seltsamerweise wieder offline gestellt wurde. Da fragt der Sunblogger dezent: Zufall oder generieren eines Hypes? Für mich sieht das eher nach einer kalkulierten Vorgehensweise aus.

Nachdem die Sau am Freitag durch Kleinbloggersdorf getrieben wurde ist die Unternehmensprecherin der Open Business Club GmbH, Daniela Waschow in die Offensive gegangen und hat alle Spekulationen um den neuen Namen im Openblog bestätigt.

Die Änderung des Markennamens scheint Berichte um einen Börsengang der Open Business Club GmbH im November zu untermauern, laut Finanztreff.de sollen Goldmann Sachs und Deutsche Bank die Emission betreuen.

Via Pr-Blogger, Basicthinking, CIO-Weblog, Site-9

Nochwas zu Hustle the Sluff

22. September 2006 | 11:02 Von: jschweder | | Comments (0)

Werbeblogger-Patrick geht auf einen Beitrag von Spiegel Online zum Thema “Virales Marketing” ein.

(…) Man kann keine Botschaften geheim in Weblogs schleusen. Das geht nach hinten los. Diese Aktion hat das Risiko bewusst in Kauf genommen zu floppen. Von den 100 Schlüsselkindern hätten auch 100 sagen können: “Was für eine Verarschung”. Haben sie aber nicht. (…) Von “unfreiwillig” kann also kaum die Rede sein. Die Idee finde ich jedenfalls weitaus weniger penetrant als ein Flashlayer der sich plötzlich mitten im Lesefluss eines Artikels vor mein Blickfeld schiebt und meinen Spaß dadurch kurzzeitig verdirbt. (…)

Danke für den letzten Satz ;)

Online-Werbevolumen übertrifft Radiowerbung

21. September 2006 | 15:11 Von: jschweder | | Comments (1)

Laut einer korrigierten Prognose des Online Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft übertrifft der Online-Werbemarkt mit einem Anteil von 7,6 % an den Brutto-Werbeumsätzen nach Ablauf des laufenden Geschäftsjahres erstmals den Werbeträger Radio mit 5,5%.

Die für das Jahresende prognostizierten 1,65 Milliarden Euro würden eine Steigerung von 59% gegenüber dem Vorjahr bedeuten und werden in der Studie folgend aufgeteilt:

Klassische Onlinewerbung: 785 Mio. EUR
Suchwort-Marketing: 710 Mio. EUR
Affiliate-Marketing: 155 Mio. EUR

Quelle: W&V

Bester Abmahner aller Zeiten

21. September 2006 | 12:13 Von: jschweder | | Comments (2)

Geht schon seit einigen Tagen durch die Blogs der Republik: Joachim Nikolaus Steinhöfel, Testimonial und Rechtsbeistand einer Elektronikkette mit dem Slogan “Ich bin doch nicht blöd”, schiesst Breitseiten gegen einen zugegebenermaßen ziemlich unklug agierenden Blogger, weil der im Januar unflätige Zeilen über die “Wir holen den Titel”-Kampagne besagter Kette und die Rolle Steinhoefels in selbiger veröffentlichte.

Natürlich ziemlich polemisch, andererseits sollte man als Person des öffentlichen Lebens mit derartigen Äußerungen umgehen können. Wäre die große Web-Invasion schon Anfang der Neunziger eingesetzt, hätte Steinhöfel als ehemaliger Moderator von weichen RTL-Formaten wie “18:30″, “Kreuzfeuer” oder “Die Redaktion” vermutlich noch deftigere Feedbacks lesen dürfen. Wenn ein Dieter Bohlen sämtliche öffentlichen Äußerungen dieser Art zu seiner Person abmahnen lassen würde, könnte man gleich eine neue Kanzlei dafür gründen.

Steinhöfel lässt sich nun von seiner eigenen Kanzlei vertreten und liess rainersacht.de im Verlauf des Streits mehrfach abmahnen. Das wirkt in der Wahrnehmung der meisten Beobachter zwangsläufig wie der Fight David vs. Goliath und kann weder für die öffentliche Wahrnehmung Steinhöfels noch für seines Auftraggebers Media Saturn von Interesse sein.

Natürlich kann man darüber streiten, ob Polemik deftigerer Art unter Redefreiheit fällt, aber alleine aus Image-Gründen sollte man die Sache auf sich beruhen lassen. Denn schwappt diese Story erstmal aus der Blogosphäre in die Medienseiten von FAZ & Co besteht die Gefahr, daß sich Media Saturn einen neuen “Ich bin doch nicht blöd”-Shouter neben Olli Pocher suchen muss, weil JNS ein neues Image als blogkillende Werbefigur anstrebt. Wobei die üblichen Verdächtigen bereits damit begonnen haben, Alternativen aufzuzeigen ;)

Update: Laut einem interessantem Beitrag auf Tom´s Diner war Steinhoefel übrigens schon einmal im Auftrag des Herrn in einer vergleichbaren Situation welche dazu führte, daß Massen von Domainbetreibern den beliebten “Hiermit distanziere ich von den Inhalten aller verlinkten Websites”-Disclaimer in ihre Projekte einpflegten. Man sollte mal hochrechnen, was das deutschlandweit bis heute an unnötigem Arbeitsaufwand bedeutet.

Via Wirres.net, Werbeblogger,